Aktuelles

 

Aktuelle Nachrichten aus dem Bezirk

Abraham und die Baumeister

Bürgermeister bauen um die Wette am neuen Evangelischen Ferienwaldheim Bernhäuser Forst

Abraham und die Baumeister Können die beiden es noch? Jawohl, im Umgang mit den bunten Bausteinen zeigten Filderstadts Oberbürgermeister Christoph Traub und Bürgermeister Dr. Carl-Gustav Kalbfell aus Leinfelden-Echterdingen vollen Einsatz. Beim Besuch im Ferienwaldheim Bernhäuser Forst bauten die beiden schon mal symbolisch am neuen Waldheim.

Beim Probelauf vor dem echten Bauwettbewerb – den Kalbfell ganz knapp gewann – griff auch Waldheimleiter Matthias Gebhardt zu den Steinen. Dekan Rainer Kiess schaute begeistert zu, er freut sich auf den echten Neubau. Ebenso bunt wie die Bausteine setzt sich die Finanzierung des Eine-Million-Projekts „Waldheimneubau“ zusammen: Die Städte Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen steuern jeweils 150 000 Euro bei, für die Kinder hatten Traub und Kalbfell außerdem zwei Großpackungen Bausteine mitgebracht. Aus dem Topf der Evangelischen Landeskirche in Württemberg – sie ist Eigentümerin des Waldheims – kommen 300 000 Euro, vom Evangelischen Kirchenbezirk Bernhausen 200 000 Euro. So bleiben noch 200 000 Euro, für die noch Spenden benötigt werden. Deshalb werden beim Elternbesuchstag und beim Waldheimgottesdienst Bausteine verkauft: Gegen eine Spende darf Groß und Klein zum Baumeister werden. Auch der diesjährige Sponsorenlauf trägt zum Waldheimneubau bei.
Die Baugrundlage für den Bürgermeisterbesuch orientierte sich an den echten Bauplänen: Der Grundriss beinhaltet 14 Gruppenräume. Ein oder zwei mehr wären gut, aber das Budget ist eben endlich. Der Neubau ist durchweg eingeschossig und ein reiner Sommerbau. Anders als sein rund 50 Jahre alter, abgenutzter Vorgänger hält der Neubau die heutigen Brandschutzvorschriften ein. Diese Saison wurde nochmals durch provisorische Umbauten möglich, im Notfall führt der Fluchtweg teils durchs Fenster. „Ein Umbau wäre völlig unwirtschaftlich“, sagt Gebhardt. Im Herbst beginnt der Abriss, am Sonntag, den 30. Juli 2017 soll der Neubau eingeweiht werden – pünktlich vor dem Beginn der nächsten Saison des Ferienwaldheims. „Das Ferienwaldheim ist ein Segen für die Jugendarbeit und nicht mehr wegzudenken“, sagt Dekan Kiess.
Das Waldheim ist nach wie vor sehr gefragt: In diesem Jahr sind im ersten Abschnitt 240 Kinder und 60 Mitarbeiter, im zweiten Abschnitt rund 180 Kinder und 50 Mitarbeiter dabei, plus jeweils 20 Mitarbeiter für die Küche. Die Kinder erhalten täglich drei Mahlzeiten und einen Imbiss. „Das ist all inclusive, nur die Übernachtung fehlt“, sagte Gebhardt. Autoschlangen wie vor manchem Kindergarten? Nicht am Waldheim. Drei städtisch und kirchlich bezuschusste Busse holen die Kinder morgens in den Stadtteilen ab und bringen sie abends wieder nach Hause.
Ein erster Höhepunkt war die Lagerolympiade zum Thema „Jahrmarkt“, unter anderem mit Wasserrutsche und Ponyreiten, Toilettenwagen und Hau den Lukas. Bewertet wurden nicht nur die Spiele der 16 Gruppen, sondern auch deren kreativeVerkleidungen. Zu den weiteren Waldheimaktionen zählen ein Geländespiel und ein Ausflugstag, an dem es in den Gruppen zur Feuerwehr, ins Schwimmbad und vielen anderen Zielen geht. Thematisch geht es diesmal um Abraham. Doch es gibt mehr als Geschichten aus biblischer Vergangenheit, so spannend und lehrreich diese auch sein mögen: Eine Missionarin aus Botswana erzählte ganz aktuell von Kindern, Tieren und der Kirche in dem südafrikanischen Binnenstaat.

geschrieben von Peter Dietrich am 12.08.2016 um 09:57 Uhr.


[zur Übersicht]