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Man lehrt nur mit dem Herzen gut

In der Klosterkirche Denkendorf wurden 16 Lehrkräfte für den Evangelischen Religionsunterricht beauftragt

Man lehrt nur mit dem Herzen gutEtwa 700 staatliche Lehrerinnen und Lehrer haben im Landkreis Esslingen eine kirchliche Beauftragung für den Evangelischen Religionsunterricht. Nun gibt es Verstärkung. 16 junge Lehrkräfte erhielten in der Denkendorfer Klosterkirche ihre „Vokation“.
Insgesamt 13 Frauen und drei Männer stellten sich der Gemeinde vor. Sie lieben das „vielfältige und ganzheitliche Fach“ Religion. Sie wollen dort über Dinge reden, die in anderen Fächern zu kurz kommen. Sie finden die intensiven und teils emotionalen Gespräche mit den Kindern sehr wertvoll. Sie schätzen es, dass „Reli“ so nah am Menschen ist. Sie freuen sich, dass sie in diesem Fach nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen unterrichten können. Sie wollen den persönlichen Glauben der Schüler in einen weiten Raum stellen, in die evangelische Tradition genauso wie in die weltweite Kirche. Sie wollen mit Schülern über das sprechen, was im Leben wirklich wichtig ist. Sie wollen ihnen Wissen über andere Religionen und Toleranz vermitteln. Diese und noch viele weitere Gründe nannten die 16 Neuen, darum wollen sie gerne Religion unterrichten. Egal, ob das nun in der Grundschule, an der Realschule, an der beruflichen Schule oder am Gymnasium ist.
Wohin nur mit seinen Fragen? Oft seien die Religionslehrer die einzigen, mit denen Kinder und Jugendliche über religiöse Themen, ethische Fragen und ein gutes Miteinander auf dieser Welt sprechen könnten, sagte Dorothee Moser, Schuldekanin in den Kirchenbezirken Kirchheim/Teck und Nürtingen. Ihr Kollege für die Kirchenbezirke Esslingen und Bernhausen, Heiner Köble, war leider erkrankt.
Es sei kostbar, sagte Moser, dass Menschen sich bereit erklärten, das Fach Religion zu unterrichten. Das seien Pfarrer sowie kirchliche Religionspädagogen. Doch die größte Zahl seien staatliche Lehrkräfte, die neben anderen Fächern an der Universität oder Pädagogischen Hochschule auch Theologie studiert hätten. Sie haben nach dem Referendariat auch ihre zweite Staatsprüfung erfolgreich abgelegt.
Dass diese jungen Lehrkräfte auch als Chor zu gebrauchen wären, bewiesen sie bei ihrem gemeinsamen Auftritt in der Klosterkirche. Im ganzen Gottesdienst wurde nicht zur Orgel gesungen, sondern zur Band, mit Pfarrer Matthias Weida am Piano. Der Gesangbuchklassiker „Gott ist gegenwärtig“ auf einem Band-Klangteppich? Warum nicht, wenn er so einfühlsam gewebt ist wie dieser.
Gesungen wird auch in „Reli“. „Das Fach beginnt anders als andere Fächer“, sagte Schuldekanin Moser in ihrer Predigt. Den Bericht, als die Jünger Jesus fragen, wie man beten kann, beschrieb Moser als „Traum einer jeden Relilehrerin“: „Die Schüler wollen etwas ganz genau wissen.“ Jesus erwies sich als allerbester Didaktiker, übte das „Vaterunser“ und erzählte die anschauliche Geschichte, wie einer mit Hartnäckigkeit seinen Freund aus dem Bett holt, damit dieser ihm gefälligst Brot für seine Überraschungsgäste leiht. Jesus zeige: „Auch Gott gegenüber darf ich unverschämt bitten.“ Auch in „Reli“ müssten Bitten der Kinder und Jugendliche Gehör finden. Deshalb bat Moser die Neuen: „Den Unterricht nicht einfach durchtakten, sondern Puffer einplanen für drängende Fragen und Bitten.“

Die kirchliche Beauftragung für den Evangelischen Religionsunterricht (Vokation) erhielten:
Martin Alber, Immanuel-Kant-Gymnasium, Leinfelden-Echterdingen
Ann-Marie Dietrich, Riegelhofschule Realschule Nellingen
Sabrina Egger, Käthe-Kollwitz-Schule Esslingen
Annette Enste, Frei Evangelische Schule Esslingen
Claudia Häring, Zollberg Realschule Esslingen
Thomas Hardtke, Hölderlin-Gymnasium Nürtingen
Malte Kischel, Grundschule Großbettlingen
Andrea Kütterer, Grundschule Altbach
Caroline Münd, Pfingstweideschule Kemnat
Judith Preuß, Teck-Realschule, Kirchheim
Corinna Reyhing-Kreppenhofer, Max-Planck-Gymnasium Nürtingen
Carola Rick, Grundschule Bonlanden
Christine Schocher, Freihof Realschule, Kirchheim
Julia Söllner, Freihof Realschule, Kirchheim
Denice Speidel, Lindenschule Grundschule, Ostfildern
Lena Trumpp, Schule im Park, Ostfildern

geschrieben von Peter Dietrich am 22.05.2017 um 12:49 Uhr.


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